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Bilder: Diese Strandguthütte steht in den Dünen auf Amrum.

 

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Du solltest bedenken!

Die Alkoholsucht ist eine Krankheit und kann unbehandelt tödlich enden.

Man spricht auch von einem Kontrollverlust beim Alkoholkonsum.

Dieser Kontrollverlust ist für immer. Ein amputiertes Bein ist auch für immer weg.

Mit der entsprechenden Abstinenz kannst du aber gut damit leben.

 

Ein in den Selbsthilfegruppen gern zitierter Spruch lautet:

„Es ist keine Schande krank zu sein,

aber es ist eine Schande, nichts dagegen zu tun“

Du willst etwas tun?

Dann bitte nur mit ärztlicher Betreuung.

Eine gute Anlaufstelle im LWL-Klinikum-Gütersloh

ist die Suchtambulanz. Tel. 05241 5022269

(Krankenkassenkarte genügt)

www.lwl-klinik-guetersloh.de

 

 

Krankheitsverlauf des Alkoholismus:

Gelegentliches Erleichterungstrinken

Beginn des regelmäßigen Erleichterungstrinkens

Erhöhung der Alkoholtoleranz

Gedächtnislücken treten auf

Das heimliche Trinken beginnt

Zunehmende Abhängigkeit vom Alkohol

Das Erleichterungstrinken wird zum Reflex

Schuldgefühle wegen des Trinkens

Gespräche über Alkohol werden vermieden

Die Erinnerungslücken werden zunehmend häufiger

Die Fähigkeit, mit dem Trinken aufzuhören nimmt ab

Der Kontrollverlust

Eine Erklärung des Trinkverhaltens wird nötig

Renommtistisches, aggressives Imponiergehabe

Laufende Gewissensbisse

Rückfälle nach Perioden völliger Abstinenz

Gute Vorsätze und Entschlüsse schlagen fehl

Gedankliche und geographische Flucht

Verlust von anderen Interessen

Freunde und Familien werden fallen gelassen

Sorgen am Arbeitsplatz und Geldsorgen

Grundloser Unwille und Vernachlässigung der Ernährung

Verlust der allgemeinen Willensstärke

Zittern und morgendliches Trinken

Abnahme der Alkoholtoleranz

Verschlechterung des Körperzustandes

Verlängerte Rauschzustände

Bemerkenswerter ethischer Abbau

Beeinträchtigung des Denkens

Trinken mit Personen unter dem eigenen Stand

Undefinierbare Ängste

Unfähigkeit, eine Tätigkeit zu beginnen  

Das Trinken nimmt den Charakter der Besessenheit an

Verschwommene religiöse Wünsche

Die Alkoholalibis und das Erklärungssystem brechen zusammen

Die vollständige Niederlage wird zugegeben

 

 

Der Genesungsprozess:

Es besteht ein ehrlicher Wunsch nach Hilfe

Er lernt, daß der Alkoholismus eine Krankheit ist

Es wird ihm gesagt, daß die Sucht zum Stillstand gebracht werden kann

Er hört auf zu trinken – am besten in einer Klinik (Entgiftung)

Er trifft ehemalige Alkoholiker, die gesund und glücklich sind

Es wird ihm bei der Bestandsaufnahme geholfen

Das richtige Denken beginnt wieder

Die geistigen Bedürfnisse werden überprüft

Körperliche Untersuchungen durch den Arzt

Beginn neuer Hoffnung

Beginn der Gruppentherapie

Die Möglichkeit einer neuen Art zu leben, wird anerkannt

Die Angst vor der unbekannten Zukunft nimmt ab

Eine regelmäßige Ernährung wird eingehalten 

Die Selbstachtung und das realistische Denken kehren zurück

Der Wunsch auszuweichen verschwindet

Natürliche Entspannung und Schlaf

Einstellung auf die Bedürfnisse der Familie

Die Bemühungen werden durch die Familie und Freunde anerkannt

Neue Interessen werden wach

Ein neuer Kreis beständiger Freundschaften bildet sich

Ideale entstehen neu und er sieht Tatsachen mutig ins Gesicht

Es kommt zu einem richtigen Verhältnis zu echten Werten

Die Fähigkeit der emotionellen Kontrolle nimmt zu

Die ersten Schritte für eine wirtschaftliche Stabilität werden unternommen

Der Arbeitgeber vertraut ihm

Er beachtet sein äußeres Auftreten

Er hat durch seine Nüchternheit seine Zufriedenheit gewonnen

Ausflüchte werden als solche erkannt

Er gelangt die Fähigkeit, sich und andere zu akzeptieren

Gruppentherapie und gegenseitige Hilfe gehen weiter

Ein klarer und sinnvoller Weg zu leben eröffnet sich 

 

 

Beim Alkoholismus ist die ganze Familie betroffen.

Doch die Angehörigen sind mit ihre Not nicht allein.

Auch ihnen wird in den Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

Hilfe angeboten, auch sie können und müssen

eine ganze Menge für sich selbst tun.

Eine Therapie nur für den Betroffenen ohne die Mitwirkung

von Partnern und Angehörigen ist wenig erfolgversprechend.

In unseren gemischten Gesprächsrunden können auch die Angehörigen

von den Erfahrungen der anderen, die den gleichen schweren Weg

gegangen sind, Rückschlüsse für ihr eigenes Verhalten ziehen.  

Zusätzlich zu unseren wöchentlichen Gruppenstunden bieten wir

am 1. Donnerstag im Monat eine Partnergruppe an.  

 

 

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Corona!

Die Risiko-Generation erinnert sich.

Wir wurden vor der Erfindung des Fernsehens, des Penicil­lins, der Schluckimpfung, der Tiefkühlkost und des Kunst­stoffs geboren. Wir kannten Kontaktlinsen, Xerox und die Hardware noch nicht. Wir kauften Mehl und Zucker in Tüten und nicht in Geschenkpackungen. Wir waren schon da, bevor Kreditkarten, Telefax, die Kernspaltung, Laser und Kugelschreiber zum täglichen Gebrauch zur Verfügung standen. RADAR gab es auch noch nicht, wir nannten es schlicht Funkmessverfahren. Es gab noch keine Geschirrspüler, Wäschetrockner, Klimaanla­ge, Last-minute-Flüge, und der Mensch

war auch noch nicht auf dem Mond gelandet.

Wir haben erst geheiratet und dann zusammengelebt. Zu unserer Zeit waren Bunnies noch keine Kaninchen und Käfer noch keine Volkswagen. Mit jemandem zu gehen hieß fast, verlobt zu sein. Wir dach­ten nicht daran, dass der Wie­ner Wald etwas mit Brathähn­chen zu tun hatte. Arbeitslosigkeit war noch eine Drohung und kein Versicherungsfall.

Wir waren da, bevor es den Hausmann, die Emanzipati­on, Pampers, Aussteiger und computergesteuerte Heirats­vermittlungen gab. Zu unserer Zeit gab es noch keine Gruppentherapie, keine Weight Watchers, Sonnenstudios, das Kindererziehungsjahr für Väter und Zweitwagen.

Wir haben damals keine Musik vom Tonband oder über UKW aus Transistorradios oder die New Yorker Symphonie via Satellit gehört. Es gab auch keine elektronischen Schreibmaschinen, Joghurt-Eis und Jungen die Ohrringe trugen.

Die Worte Software für alles, was man beim Computer nicht anfassen kann, waren noch nicht erfunden. In dieser Zeit hieß "Made in Japan" noch billiger Schund und man hatte auch noch nie etwas von Piz­zen, McDonalds und Instant Coffee gehört. Der Spruch "Pommes mit Alles" war noch nicht geboren.

Wir kannten keine Rentner­schwemme, peanuts waren ein englisches Wort für Erd­nüsse,

die es nicht zu kaufen gab - und das Wort Sozialhy­giene war unbekannt.

  Aber wir liefen schon auf der Straße herum, als man noch für fünf Pfennige ein Eis oder einen Beutel Studentenfutter, sicher auch noch eine Flasche Brause kaufen konnte. Wir konnten uns weder einen goldenen Schuss setzen und ohne kiffen mussten wir auch auskommen.

In der Liebe ging es ohne Pille und für Gruppensex wurde noch nicht in der Tageszeitung geworben. Wir waren auch die letzte Generation, die glaubte, dass eine Frau

einen Mann heiraten muss, um ein Baby zu bekommen.

 Wir mussten noch alles sel­ber tun und mit dem aus­kommen, was wir hatten. Den Kredit bekam man bei einer seriösen Bank und das Wort "sparen" bedeutete, Geld zurücklegen und nicht, es von Schuldenmachern abzwacken zu lassen. Zu glauben, dass der Staat uns schließlich doch versorgen wird, wenn wir vor­her über unsere Verhältnisse gelebt haben, wäre undenkbar gewesen. Wer mehr ausgab als er einnahm, war ein kriminel­ler Bankrotteur - und "Bock" mussten wir immer haben.

Es gab noch kein Hasch, kein Kokain und auf den Genuss von Extasy zur Steigerung des Wohlgefühls mussten wir ver­zichten. Einen Psychologen konnte man nirgends finden und nach einem verdrängten Ego fragte niemand.

Darüber freuten wir uns, wenn es einmal in der Woche Fleisch gab. Bohnensuppe war noch eine leckere Sache und der Speck darin kein böser Fett­macher. In den Gärten wur­den Johannisbeeren und Äpfel zum Einkochen gepflückt, und im Winter gab es keine Vitamine aus Kiwis. Duplo war auch noch nicht die längste Praline der Welt - und Freund oder Freundin waren mit einem Sahnebonbon zufrieden.

 Fress-, Wohnungs-, Reise- und Lustwelle haben wir über uns ergehen lassen. Da ist es kein Wunder, wenn wir manchmal etwas konfus erscheinen. Wir haben alles überlebt und sind der Statistik zufolge die gesün­deste Gesellschaft, obwohl wir ohne Aspirin forte am Morgen aufstehen müssen.

          Aber dieses alles ist heute nicht mehr "in", sondern "Mega­out".
 

 

 

 

 

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